Susman Margarete
Religionsphilosophin , Dichterin

Geboren am 14. Okober 1872 in Hamburg, gestorben am 16. Januar 1966 in Zürich
Die jüdische Religionsphilosophin Margarete Susman (1872-1966) war eine enge Freundin von Gustav Landauer, Bernhard Mayer, Martin Buber, Clara Nadig Ragaz und Leonhard Ragaz. Sie war Anarchafeministin, avant la lettre, und eine wichtige Publizistin und Vordenkerin der libertär-religiösen Bewegung in der Schweiz, der sie sich, nach ihrer Flucht aus Deutschland in der Silvesternacht 1933, anschloss. In Hamburg geboren und in Zürich aufgewachsen, lebte sie ab 1892 bis zu ihrer Flucht in Deutschland. Heiner Koechlin wird immer mal wieder Bezug auf ihre Aufsätze nehmen.
Im März 2021 wird sie mit einem Strassennamen in Zürich geehrt: dem Margaretenweg, im Stadtkreis 3.
„Der Anarchismus bleibt in der reinen revolutionären Ungeduld des Einzelnen stehen. Und es stellt sich die Frage: Ist nicht dies sein eigentlicher und tiefster Sinn, der, indem er ihn von allen anderen revolutionären Formen abtrennt, ihn zugleich als ihrer aller Mittelpunkt erweist? Ist nicht der Anarchismus der glühende Kern aller Revolution überhaupt? Die große Ungeduld der Seele im Irdischen, die, wo immer sie hervorbricht, die irdischen Formen sprengt und zu immer neuen Gestaltungen drängt? Diese durch die ganze Menschengeschichte ausgegossene lebendige Kraft der Seele, die die genaue Gegenkraft jener sprengenden Macht ist, die heute der Mensch aus der Tiefe des Irdischen aufgerufen hat, schmiedet aus der Verzweiflung selbst ihre Hoffnung.“ (Susman: Der Sinn des Anarchismus. Vortrag von 1947, gehalten in Malans )
FONTI: WP/ Zeitschrift "Neue Wege" Nr. 41, 1947
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